• "Sicherheitszone I und II", Ausschnitt

    "Vor lauter Wald die Bäume ..." - Ein aktuelles Anliegen

    "Sicherheitszone"

  • "Vor lauter Wald die Bäume ..." - Ein aktuelles Anliegen

    "Übersiedeln oder Das Baustellenschild"

  • "Vor lauter Wald die Bäume ..." - Ein aktuelles Anliegen

    "Vor lauter Wald die Bäume ..."

  • "Vor lauter Wald die Bäume ..." - Ein aktuelles Anliegen

    "Missing Baucis & Philemon"

  • "Vor lauter Wald die Bäume ..." - Ein aktuelles Anliegen

    "Rinde der Matrone"

  • "Vor lauter Wald die Bäume ..." - Ein aktuelles Anliegen

    "Durch Staunen Sehen lernen"

"Vor lauter Wald die Bäume ..."

Die Seelenrufe der Sprachlosen
Ein intermediales Kunstprojekt über das „kollektive Zusammenwirken“ von Natur und Mensch und die damit verbundenen mystischen Zusammenhänge.

"Die Jagd 2 - Hirschmann"
... mehr Bilder in der GALERIE andrea denis

Der Künstler als Sprachrohr


Die Signale und Botschaften der Natur werden von der Gesellschaft kaum noch verstanden oder einfach ignoriert. Nach wissenschaftlichen Prognosen wird der Mensch in der Zukunft immer mehr verlernen, Gefühle zu erkennen und damit in gesunder Weise umzugehen. Daher ist es für uns alle von größter Bedeutung, den „Seelen der Sprachlosen“, der Natur, Kindern und Tieren, eine Möglichkeit zu gegeben, sich über diejenigen mitzuteilen, die ihre Rufe noch hören können! Die Arbeiten zu diesem Thema "übersetzen" mit Hilfe der Kunst die stummen Rufe der bedrohten "Seelen" in eine neue Sprache. Das Thema „Wald“ in der intermedialen Auseinandersetzung  sensibilisiert Menschen, und Kinder im Besonderen,  für ein erhaltenswertes Erbe.
Die Werke laden ein, über Wesentliches und Schützenswertes sowie über schwindende "Spielräume" - und damit über unsere entschwindenden Lebensräume nachzudenken, die für eine gesunde menschliche Entwicklung notwendig sind, ... Gefühle und Emphatisches zu entdecken, und sich zu erinnern, damit die wichtigsten Fähigkeiten, die der Menschen besitzt, nicht verloren  gehen.

"Und wäre die Liebe nicht, ... so fiele ein Blatt vom Baum, und niemand hörte es! (Andrea Denis)

Dieses Projekt ist der für unser aller Überleben unverzichtbaren, einzigartigen Lebensform - und den besten Freunden des Menschen - gewidmet: den Bäumen.

Gastkünstler und mehr über die Wunderwelt "Baum"

Der Lebensbaum

Vor langen Zeiten, lange bevor der Mensch auf der Erde erschienen war, erhob sich ein mächtiger Baum in den Himmel. Als Achse des Universums durchdrang er drei Welten. Seine Wurzeln reichten bis in die Unterwelt, sein Stamm gab zahllosen Lebewesen Nahrung und Wohnstatt, seine Äste  und Blätter berührten den Himmel.
Er verband oben und unten, lockte das himmlische Feuer auf die Erde und pumpte das irdische Wasser in den Himmel. Jahr für Jahr erneuerte er den Kosmos, reifte und vermehrte sich und wuchs. Der Lebensbaum.“
Für unsere Vorfahren war der Wald Schöpfungsplatz des Lebens: wild und undurchdringlich, ehrfurchterregend einerseits, nährend, beschützend, mystisch und geheimnisvoll andererseits. Das Wort Baum bedeutete für sie auch „Wissen“. Der Wald war die Wiege aller Errungenschaften, auf die unsere Gegenwart aufbaut: Mythen und Märchen, Religion und Rohstoffe, Brauchtum und Bücher, Kunst und Kultur. Weil die Menschen im Wald lebten, galt er als Vater und Mutter der Schöpfung.
Was wissen wir nicht alles über Bäume, ohne dass es ihnen nutzt. Die Naturwissenschaft ist sich längst sicher, dass es ohne Bäume kein höheres Leben gäbe auf diesem Planeten. Sie gelten als erfolgreichste Lebensform, seit sie vor 300 Millionen Jahren erschienen sind. Ihre unglaubliche Fähigkeit, das Licht einzufangen und in Materie zu verwandeln, hat die Erde fruchtbar gemacht und den Humus geschaffen für alles, was kommen sollte in der Evolution des Lebens. Unsichtbare Muster verbinden Mensch und Baum auch direkt: Was der Baum ausatmet, atmet der Mensch ein, was der Mensch ausatmet, atmet auch der Baum ein. Wälder sind mehr als nur viele Bäume, sie sind hochkomplexe Ökosysteme, … und die Welt braucht den Wald noch mehr, als wir erahnen können. Die unzähligen Bäume sind, abhängig von ihrer Dichte, u.a. maßgeblich daran beteiligt, das Magnetfeld der Erde aufzubauen und zu erhalten, als Schutzschild vor kosmischen Strahlungen. Der Feldzug der Menschen gegen die Bäume im 19. Jahrhundert ermöglichte die Macht der Alten Welt: Der Homosapiens siegte als Holzschädling im industriellen Zeitalter, die Zerstörung hält mit unvorstellbaren Ausmaßen an.
Die alten Mythen sind nicht tot. Sie sind nur überdeckt von Kosten-Nutzen-Interessen. Wenn wir bereit sind, innezuhalten und die Perspektive zu wechseln, können wir das alte Wissen begreifen und vielleicht wiedererlangen. Unsere Kunst möchte dabei helfen. Das ist kein Schritt in den Nebel der Mystik, sondern mitten ins Leben.*

(frei nach G.v.Lüpke, „Wächter des Lebens“, 2003, natur & kosmos)

 

„Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur!“

Wunderwelt "Baum" - Die Rinde der Madrone

"Rinde der Madrone"  (arbutus menziesii - im frühen Stadium der Abschuppung)

Im Jahre 1792 entdeckte der schottische Naturforscher auf seiner Vancouver-Expedition an der amerikanischen Westküste eine großwüchsige Erdbeerbaumart: Arbutus menziesi - die Madrone. Ihre glatte, orangerote Rinde schält sich im Sommer und enthüllt darunter ein neues Gewand in apfelgrüner Farbe. Die Indianer gebrauchen die Rinde zum Gerben der Häute und sie schrieben diesem Baum unterschiedliche Heilwirkungen zu, aus seinem Holz kann man sehr gute Holzkohle gewinnen, die zur Herstellung von Schwarzpulver dient. ... Der Baum zählt zu den Pyrophyten, das heißt, der widersteht Bränden und seine Ausbreitung wird durch das Feuer erst ermöglicht oder zumindest begünstigt: Samen, die dem Feuer ausgesetzt waren, keimen besser. Der Erdbeerbaum regeneriert sich nach dem Feuer sehr rasch und bildet neue Triebe am Baumstumpf. Leider wird seine derzeitige Verbreitung durch die aktuellen Brandbekämpfungen immer mehr eingeschränkt.

"Mit meinem Werk möchte ich an dieses besondere Lebewesen erinnern, an seine Überlebenskräfte, seine Energien, seine Wehr- und Heilkräfte. Erst im lebendigen Häutungsprozess - Abwerfen der alten Haut bei gleichzeitiger Bildung der neuen Rinde - entwickelt sich diese überwältigende Farbenpracht, der ich als Künstlerin nicht widerstehen konnte...! In meiner Arbeit habe ich den Aufbruch der Rinde mit authentischem Material, nämlich Holzmehl, nachgearbeitet und entsprechend modelliert.... Das frische Grün der neuen Rinde ist bereits unter der aufbrechenden Kruste zu sehen. Die obere Haut des Baumes färbt sich seinem Wesen nach in feurigen Rottönen während seines Häutungsprozesses. Diesen atemberaubenden Moment habe ich mit echten Farbpigmenten wiedergegeben und festgehalten.


Der Baum ist eine vom Aussterben bedrohte Spezies. So könnte es schon bald möglich sein, dass an diesen Baum  nur noch sein Detail auf meiner Leinwand erinnert...!
a.d."

Regionaler Gastkünstler: Fotograf Richard Wagner

Augenblickjäger und Baumfreund mit Leib und Seele: Richard Wagner lässt uns den Baum als Lebewesen in seinem - und unserem - saarländischen Lebensraum neu entdecken! Er ist ein Vertreter der natürlichen, analogen Fotografie. So gilt jedes seiner „ehrlichen“ Fotos der Achtsamkeit, dem Schutz und dem bewussten Erhalt eines jeden Einzelnen unserer „Baumfreunde“. Das gezeigte Bildmaterial ist eine Auswahl aus dem von Richard Wagner geplanten Fotoband „Die Naturdenkmale im Kreis Saarlouis“. Richard Wagner ist Gründungsmitglied des Fotoclubs Lebach sowie 1. Vorsitzender des Historischen Vereins, Lebach.

„Vor lauter Wald die Bäume“ - Kunstausstellung vom 18.10.-08.11.2013, im Rathaus Lebach
Andrea Denis (ReliefART, Malerei, Lyrik)
Richard Wagner (Fotografien)

Die Geschichte von Baucis und Philemon (Mythologie)

Die Geschichte von Baucis und Philemon (Mythologie)

In früherer Zeit, in einem Dorfe voll wohlhabender Einwohner, so erzählt Ovid, lebte ein armes, aber zufriedenes und durch Eintracht und Liebe glückliches Ehepaar, Philemon und Baucis. Zu jenem Dorfe mischten sich einst in Menschengestalt Zeus und Hermes unerkannt unter das Volk, um die Menschheit zu prüfen.
Die Götter klopften an alle Türen und baten um Aufnahme für eine Nacht, doch keine öffnete sich. Nur die Ärmsten des Orts, Baucis und Philemon, nahmen die Fremdlinge in ihre armselige Hütte auf und bewirteten diese mit allem, was sie hatten. Und sie schämten sich, weil es so wenig und einfach war. Doch dankbar segneten die Götter das schlichte Mahl, und immer von Neuem füllte sich von selbst der Weinkrug.
Es gab da noch eine Gans, die nun den himmlischen Gästen zu Ehren geschlachtet werden sollte. Doch sie ließ sich nicht von den Alten fangen und flüchtete unter großem Geschrei zu den Göttern, die sich nun offenbarten, gnädig und zürnend zugleich. Zeus führte das alte Paar  auf einen Hügel, von dem sie sahen, wie schwellende Wasserfluten heranbrausten und alle Häuser des Ortes mit samt ihren Bewohner verschlangen. Nur die Hütte des gastlichen Paares blieb stehen, und wölbte sich zum säulengetragenen Göttertempel. Nun gaben die Götter den beiden einen Wunsch frei, und sie baten, für den Rest ihres Lebens die Hüter des soeben geschaffenen Tempels sein zu dürfen. Und da sie in Eintracht die Jahre verbracht hätten, solle dieselbe Stunde sie fort nehmen, damit keiner des anderen Grab sehen müsse. Diese Bitte wurde ihnen erfüllt.

 

Nach einer Reihe von Jahren, als ihre Zeit gekommen war, standen sie da, umarmten sich, und zugleich wurden beide in starke Bäume verwandelt, Philemon in eine Eiche, Baucis in eine Linde, die vor dem Tempeleingang standen; und so umfingen sie einander mit dem Gezweig noch liebend nach der Verwandlung, und es rauschte das Lob der Gottheit durch die flüsternden Blätter.
Und es heißt: Heute noch stehen Stamm neben Stamm sich nah' - aus den beiden Körpern gewachsen.

"2014: Hier beginnt meine Geschichte: Die Bäume sind aufgebrochen, Baucis und Philemon sind verschwunden … Haben sie „gekündigt“? … Sind sie auf der Flucht? … das Rätsel beginnt: Wo sind Baucis und Philemon?" a.d.

 

 

 

 

Herzliche Einladung an Künstler-Kolleginnen und -kollegen zur Beteiligung mit eigenen Arbeiten und Ideen für Gemeinschaftsausstellungen zu diesem Projekt. Angebote für Ausstellungsmöglichkeiten sind willkommen. ... kontakt