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galerie LANDSCHAFTSGESCHICHTEN

Der Schlafende Löwe, ca. 42/62 cm, Decalcomanie/Mischtechnik auf Papier.
Unter Wasser, ca. 50/70 cm, Decalcomanie/Mischtechnik auf Papier.
Wunschgedanken, ca. 42/62 cm, Decalcomanie/Mischtechnik auf Papier.
Landschaftsgeschichten mit Paar, 30/40 cm, Buntstifte.
Vernetzung, Bildausschnitt.
Vorhang auf, ca. 40/60 cm, Decalcomanie/Mischtechnik auf Papier.
Der träumende Wurm, 80/120 cm, Acryl auf Leinwand.
Die Amsel verhindert den Sturzflug der Phönixe, ca. 40/52 cm, Decalcomanie/Mischtechnik auf Papier.
Ausschnitt aus dem Bild Die Amsel verhindert ...
Wer liebt sollte lernen im Schnee zu gehen, ohne Spuren zu hinterlassen, ca. 40/52 cm, Decalcomanie/Mischtechnik auf Papier.

Info

Decalcomanie - Arbeiten mit dem Zufall

Als „Décalcomanie“ bezeichnet man ein künstlerisches Arbeiten nach dem Zufallsprinzip mittels Platte, Papier, Farbe und Zeichenstiften, ein Gestaltungsrpinzip der „Aleatorik“ (= das Hervorbringen künstlerischer Strukturen mittels improvisatorischer oder kombinatorischer Zufallsoperationen).

Bereits Leonardo da Vinci beschrieb zu seiner Zeit bereits ein Verfahren der Deutung anhand von Mauerflecken. Man könne, so schrieb er, bereits in den zufälligen Spuren eines mit Farben getränkten Schwammes, der an eine Mauer geworfen wurde, eine Landschaft erkennen. Damit beschrieb er bereits vor beinahe 500 Jahren das Prinzip assoziativer Deutung amorpher Zufallsstrukturen. Bereits in der Antike und im Mittelalter entdeckte man in Steinstrukturen, besonders lebhaft in Marmor und Achaten, Figuren und Figurengruppen. Leonardo da Vinci erwähnt in seinen Aufzeichnungen das Phänomen des „psychischen Bedeutungsgewichtes“. Entsprechend der selektiven Wahrnehmung lassen sich in Zufallsstrukturen bekannte Figuren und Bilder erkennen.

Das künstlerische Verfahren der Décalcomanie ist ein Zufallsprinzip, ein Abklatschverfahren oder auch eine Form der Monotypie, wobei flüssige Farbe auf eine glatte Platte aufgetragen wird. Auf diese legt man einen Bogen Papier, streicht ihn mit mehr oder weniger starkem Druck glatt und hebt ihn als Farbabklatsch wieder von der Platte ab.

Variationen ergeben sich bei der Auswahl von Farben, beim Auftrag der Farben, beim Abzug des Papiers, bei der Auswahl des Papiers, das zusätzlich gefaltet, zerknittert oder geknüllt werden kann. Der Untergrund kann auch Stein oder Holz sein.

Ist nun der Zeichengrund, das gefärbte Papier geschaffen, beginnt erst der eigentliche Gestaltungsprozess: Die Aleatorik. Es gilt nun, das aleatorische Ausgangsmaterial zu deuten und auf gestalterische Eingriffsmöglichkeiten hin zu untersuchen. Erste assoziative Ausdeutungen werden mit malerischen oder zeichnerischen Mitteln ausgeformt und hervorgehoben. Die zufälligen Kleckse auf dem Papier stellen demnach den Ausgangspunkt, aber auch die Ursprungsformen der später ausgeführten Zeichnungen oder Malereien dar. Dort, wo die Phantasie nicht genügt, kann mit einigen gezielten Strichen nachgeholfen werden.

Einer der bedeutendsten Vertreter der spanischen Avantgarde im 20. Jhdt. war Oscar Dominguez, dessen Beitrag die Erfindung der „Decalcomanía“ als Technik galt, in der ein vom Künstler unkontrollierter Automatismus die Hauptrolle spielt. Sie wurde bald von vielen Künstlern des Surrealismus angewendet. Max Ernst (1891- 1976) entwickelte die Technik weiter und schuf in den 30er und Anfang der 40er Jahre viele Werke mittels dieser spannenden Technik.  Im Unterschied zu Dominguez grenzte er Formen in den amorphen Zufallsstrukturen ein und gestaltete die Bilder als Landschaften.  Im nächsten Schritt verlieh er den Strukturen eine mehr oder weniger prägnante und plastische Gestalt und machte somit seine eigenen Assoziationen durch direkten malerischen Eingriff sichtbar.


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